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Sabotør: Første Aksjon (Review)

Artist:

Sabotør

Sabotør: Første Aksjon
Album:

Første Aksjon

Medium: LP/Download
Stil:

Heavy Metal

Label: Karisma Records
Spieldauer: 33:23
Erschienen: 08.05.2026
Website: [Link]

Das Trio SABOTØR aus der norwegischen Metal- & Rock City #1 feuert auf seinem Einstand "Første Aksjon" aus allen Rohren gegen die drohende Langeweile von generischen Standard-Produktionen und KI-Beschallung. Seine Bewaffnung stellt es sich aus jenem Arsenal zusammen, das in den Achtziger Jahren des 20. Jahrhunderts im Heavy-Metal-Nahkampf zum Einsatz kam.

Ergo tönen die sieben Songs, als wären sie zu jener Hochzeit des damals noch jungen Musikstils aufgenommen worden: ruppig, mit Ecken und Kanten, und nicht ansatzweise "auf schön getrimmt" – was für eine Wohltat!
Rasmus Stenstadvolden Strømberg bedient den Bass und variiert seinen "Gesang", indem er seine eiligen Berichterstattungen von der Front mal energisch ruft, keift, bellt, und, ja, sogar auch ein wenig singt, doch – Ihr ahnt es bereits – ohne Anspruch auf eine nur halbwegs ästhetische Melodieführung. Viel wichtiger ist die Durchschlagskraft der Rhythmussektion, die Strømberg gemeinsam mit Schlagzeuger Elias Solemdal bildet, der sich an seinem Drumkit verausgabt wie weiland ein gewisser Ventor: immer feste druff, denn geht es darum, den Nazis eine zu verpassen!
SABOTØR widmen sich schließlich auf "Første Aksjon" der norwegischen Widerstandsbewegung im Zweiten Weltkrieg, und besingen in ihrer Muttersprache die Heldentaten von Akteuren, die den deutschen Besatzern das Leben schwer machten bzw. aushauchten. Die Riffs von Andreas Remmen kennen ergo keine Gnade mit einer Hörerschaft, die Metal mit Wohlfühl-Musik verwechselt, und seine Soli sprühen vor Spontaneität. An Eingängigkeit wiederum lassen es die drei Jungspunde nicht missen, und mancher Refrain fordert bereits bei der ersten Begegnung zum Mitsi… gröhlen auf. Das soll allerdings nicht so verstanden werden, dass sich die Norweger auf simple Haudrauf-Texte beschränken würden, denn das Gegenteil ist der Fall, wie zum Beispiel ihre Erklärung zum Song "Sabotør" verdeutlicht:

"Dieses Lied erzählt die Geschichte der Sabotageaktion gegen die norwegische Schwerwasserproduktion, die 1943 in der Nähe von Rjukan in Telemark stattfand. Eine Gruppe von Saboteuren im Rahmen der Operationen ‚Grouse‘, ‚Freshman‘ und ‚Gunnerside‘ wurde auf dem Hardanger-Plateau stationiert, von wo aus sie sich auf Skiern zum Kraftwerk Vemork aufmachten. Ihr Ziel war es, das Kraftwerk zu zerstören und die deutsche Schwerwasserproduktion zu sabotieren, die für die Entwicklung von Atomwaffen bestimmt war. Der britische Segelflugzeugangriff, die Operation ‚Freshman‘, schlug fehl, und alle Überlebenden wurden hingerichtet. Den Operationen ‚Gunnerside‘ und ‚Grouse‘ gelang es jedoch, erfolgreich auf dem Plateau zu landen, ihre Kräfte zu bündeln, in das Kraftwerk Vemork einzudringen und die Produktionsanlage in der Nacht vom 27. auf den 28. Februar 1943 zu zerstören."

Und zur Veröffentlichung der Single-Auskopplung "Flagget" gaben SABOTØR zur Protokoll:

"Basierend auf dem gleichnamigen Text des norwegischen Dichters, Soldaten und Kriegskorrespondenten Nordahl Grieg erzählt ‚Flagget‘ die Geschichte eines Fluges nach Norwegen während des Zweiten Weltkriegs. Die Besatzung bestand aus norwegischen Piloten, die im Rahmen eines Aufklärungsfluges von Großbritannien aus über den Nordatlantik zur norwegischen Küste flogen. Dort sah Grieg sein Heimatland zum ersten Mal seit Jahren wieder mit eigenen Augen. Ein Maschinengewehrschütze hielt eine norwegische Flagge aus Metall aus dem Flugzeug und schwenkte sie über den Fjorden, um die Menschen in der Heimat zu begrüßen und in einer Zeit der Tyrannei und Unterdrückung eine Botschaft der Hoffnung und des Patriotismus zu verbreiten."

Die für diese ursprüngliche Form von Heavy Metal wie die Faust aufs Auge passende Produktion hat mit Remi André Nygård (Morax/Inculter) kein Unbekannter zu verantworten, und es darf wohl gehofft werden, dass die junge Band nicht allzu viel Zeit bis zu einer konzertierten zweiten Aktion verstreichen lässt.

FAZIT: Bodenständiger kann Heavy Metal kaum klingen als auf SABOTØRs "Første Aksjon", mit der das junge Trio aus Bergen zeigt, was eine Harke ist, und nebenbei dem landeseigenen Widerstand gegen die NS-Besatzung ein musikalisches Denkmal setzt. Heavy-Metal-Newcomer des Jahres?!

Thor Joakimsson (Info) (Review 91x gelesen, veröffentlicht am )

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Wertung: 12 von 15 Punkten [?]
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Tracklist:
  • Jerngrepets Inntog
  • Skyggens Frekvens
  • Total Kontroll
  • Sabotør
  • Brente Jords Taktikk
  • Flagget
  • Jevnet Med Jorden

Besetzung:

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