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Glen: It was a bright cold day in April… (Review)

Artist:

Glen

Glen: It was a bright cold day in April…
Album:

It was a bright cold day in April…

Medium: CD/LP/Download
Stil:

Instrumentaler Progressive Rock

Label: Cargo Records
Spieldauer: 57:24
Erschienen: 20.02.2026
Website: [Link]

GLENs „It was a bright cold day in April…“ verweist nicht ohne Grund auf den Eröffnungssatz aus Orwells „1984“, sondern könnte Kontext der aktuellen Zeit als Warnung vor zunehmendem Totalitarismus, aber auch als Reflektion der Spannung zwischen Vergangenheitsbewusstsein und Zukunftsglaube sein. Denn wo Fortschritt gefordert wird, springt das Bekannte (egal ob es besser ist oder nicht) zwangsläufig irgendwann über die Klinge. Vorausgesetzt die Masse der Menschen bzw. der Betroffenen entscheidet sich ihre Selbstverantwortung und ihr Selbstbewusstsein abzugeben.


So weit von diesem Szenario ist die aktuelle Welt augenscheinlich gar nicht entfernt und doch liest sich diese Zustandsbeschreibung wie ein futuristisches Totaldesaster, das einem fremd und fern vorkommt.
Vielleicht binden GLEN dieses Thema genau deswegen in relativ leicht zugänglichen Progressive Rock. Denn wenn der Soundtrack zum drohenden Verfall angenehm klingt, wirkt das Szenario nicht mehr so abschreckend und die Menschen beschäftigen sich möglicherweise doch mit den erklärten Inhalten, ohne dass die Welt vollends den Bach hinunter gehen muss.


So oder so, GLEN verstehen es auch diesmal, ihre Musik in einer fast filmischen Weise darzustellen. Elemente aus Post-Rock und Fusion-Jazz gehen dabei wie selbstverständlich ineinander über, die Kompositionen fließen und Stücke wie „Brute Force“ kitzeln und kratzen wie spitze Fingernägel auf der Haut.
Nicht zwingend unangenehm, aber doch immer mit dem Potenzial zwischen An- und Entspannung zerrt die Musik mehr und mehr an den Nerven. Der Clou dabei ist, dass dieser Umstand erst nach und nach ins Gewicht fällt. Denn vordergründig fließt die Musik trotz einiger Schlenker und instrumentaler Klangexzesse eher warm und entspannt dahin.


Das Paradebeispiel für diesen Effekt ist der Dreizehnminüter „Sublime“, der sich zunächst bedacht aufschichtet und schließlich zu einem verworrenen Klangkonstrukt zwischen repetitiven Grooves und angespannt verworrenen Gitarren bzw. Keyboards anwächst, sodass der Eindruck einsteht, in einen Strudel hineingezogen zu werden. Oder in einem Spinnennetz festzusitzen, denn die Anspannung wird einem erst wirklich bewusst, wenn sich der Sound bereits vollends entfaltet hat und das Nervenkleid bereits dabei ist, perforiert zu werden.


FAZIT: Mit „It was a bright cold day in April…“ fordern GLEN den Hörer auf subtile Art und Weise heraus. Zwischen klanglich-emotionaler An- und Entspannung hin- und hergerissen tun sich Bilder und Szenarien vor dem inneren Auge auf, die komplex und schwer zu durchschauen sind. Ob einem wohlgesonnen oder nicht, ob auf die Tränendrüse gedrückt wird oder ob das Herz jubeln darf, entscheidet sich oft erst im letzten Moment, aber genau dieser Umstand macht das Album (wenigstens für Freunde atmosphärischer, anspruchsvoller Instrumentalmusik) so spannend.

Dominik Maier (Info) (Review 102x gelesen, veröffentlicht am )

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Wertung: 11 von 15 Punkten [?]
11 Punkte
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Tracklist:
  • Frenzy
  • Lotosesser
  • Brute Force
  • Sublime
  • ...and the clocks were striking thirteen
  • Zugzwang (Bonustrack)
  • Il Ricordo (Bonustrack)

Besetzung:

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