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Peter Frampton: Carry The Light (Review)

Artist:

Peter Frampton

Peter Frampton: Carry The Light
Album:

Carry The Light

Medium: CD/Download/LP farbig
Stil:

Americana, Folk, Singer/Songwriter, Rock, Blues

Label: Universal Music
Spieldauer: 41:57
Erschienen: 15.05.2026
Website: [Link]

Wenn PETER FRAMPTON ruft, dann kommen sie alle!
Von BILL EVANS bis GRAHAM NASH und SHERYL CROW oder TOM MORELLO (von RAGE AGAINST THE MACHINE).
Dabei wollte der Mann, der besonders mit einer Live-Doppel-LP („Frampton Comes Alive!“) Musikgeschichte schrieb (welche gerade in einer offiziellen Dokumentation von Rob Arthur festgehalten wurde), doch eigentlich nach seiner Abschiedstournee vor sieben Jahren in den endgültigen 'Musiker-Ruhestand' zurücktreten.


Wer erwartet nach solcher Absichtserklärung da plötzlich ein neues Studio-Album von ihm?
Eins, in dem er nicht mehr sein Licht unter den Scheffel Anderer stellt (was er ebenfalls lange Zeit tat), sondern dieses mit „Carry The Light“ hell leuchten lässt und als überdimensionale Glühbirne als augenscheinlich schwere Bürde auf dem Rücken trägt. Ein Licht also, das tatsächlich trotz seiner 77 Jahre Leben herrlich lebendig und trotzdem die eigene Vergangenheit nicht aus dem Blick verlierend, klingt und strahlt. Und einen riesigen Anteil hat hierbei ganz sicher Framptons Sohn Julian, der gemeinsam mit seinem Papa maßgeblich an „Carry The Light“ beteiligt ist – und dessen Anteil wohl nicht hoch genug eingeschätzt werden kann, bei all den modernen und abwechslungsreichen Einflüssen auf einen PETER FRAMPTON anno 2026!

16 Jahre musste man auf dieses Studio-Album warten, auf dem er in zehn eigenen Rock-Songs (einer davon rein instrumental und damit an sein letztes hochgelobtes 2021er-Instrumental-Album „Frampton Forgets The Words“ anknüpfend) ein frisches Musikfeuer abfackelt, bei dem ihn zahlreiche ältere wie jüngere Kollegen begleiten.
Doch es gibt zugleich wohl einen traurigen Hintergrund. Denn bei PETER FRAMPTON wurde vor etwa sieben Jahren ein fiese Muskelkrankheit (IBM) diagnostiziert, die früher oder später das große Frampton-Können an der Gitarre mehr und mehr einschränken und am Ende wohl ganz verhindern wird. Da will man noch etwas Besonderes hinterlassen, das auf eine Zeit verweist, in der die musikalische Frampton-Welt noch heil erschien.


Schon dem titelgebende Album-Opener mit seinem indianisch beschwörenden Beginn lässt einen an PAUL SIMONs „Graceland“ denken. Wenn sich diese Spannung auf diesem Niveau hält, wartet mit „Carry The Light“ etwas ganz Großes auf den Hörer. Ja, diese Stimmung hält sich durchgängig! Und selbst wenn Framptons Stimme nicht mehr ganz die jugendliche Frische der 'Comes Alive'-Zeiten versprüht, so wird musikalisch hier eine Joker-Karte nach der anderen gezogen und besonders die Gitarrenklänge faszinieren von Song zu Song. Zum Glück traf Frampton dieses Mal die Entscheidung, auf seinem Album wieder zu singen und nicht ausschließlich nur zur Gitarre zu greifen.
So wird einem dann mit „Breaking The Mold“ ein Duett mit SHERYL CROW geboten, das einen an die klassischen Frampton-Zeiten erinnert, als er in seinen Songs noch auf der Suche nach dem richtigen Weg war und damit jede Menge Lob einheimste.


Zwar kränkelt Frampton noch immer ein wenig mit seiner 70er-Jahre-Vergangenheit, in der man ihn im Grunde gegen seinen Rocker-Willen als Teenie-Idol aufbauen wollte und er diese Belastung mit dem völlig falschen Mittel, dem Griff zu Drogen, zu kompensieren versuchte. Trotzdem war seine Musik dagegen während dieser Zeit der ganz große Griff – und diese Anspielung klingen auch auf „Carry The Light“ immer wieder durch, wobei ihn auch die ganzen alten Musik-Recken, welche ihm hier als Gäste zur Seite stehen, unterstützen.

Unfassbar stark auch das Gitarren-Duell, welches sich Frampton mit TOM MORELLO auf dem LP-B-Seiten-Start „Lions At The Gate“ liefert. Welch grandioser Einstieg, der einen sofort umhaut, wenn die Nadel durch die erste Klangrille saust als hätte man sie unter Feuer gesetzt.
Hier leuchtet sie wieder megahell die 'Comes Alive'-Vergangenheit!
Ein Hammerstück! Und wenn man beim Text genauer hinhört sogar ein echter Protest-Song (Eben typisch RAGE AGAINST THE MACHINE!), der garantiert für alle Zeiten in Erinnerung bleiben wird, da auch die hymnische Gesangsmelodie einen sofort mitreißt, während dazu die E-Gitarren tirilieren.


„Islamorada“ (die Hommage an einen Urlaubsort auf den Florida Keys) mit der Unterstützung von H.E.R. zeichnet sich durch einen deutlichen Rückgriff auf die guten alten Zeiten aus und erinnert zudem etwas an SANTANA. Frampton verweist umfassend gitarrengottmäßig noch einmal darauf, warum solche Musik-Giganten wie die längst verstorbenen GEORGE HARRISON oder DAVID BOWIE in ihren Hochzeiten beständig auf den Ausnahmegitarristen Frampton, der auch in den 60er-/70er-Jahren Mitglied von THE HERD und HUMBLE PIE war, zurückgriffen.
Es sind die vielen unterschiedlichen Arten, mit denen er seine Gitarren spielt und dabei in jedem Bereich Meisterleistungen vollbringt. Gerade im Angesicht seiner Krankheit erscheint gerade dieses „Carry The Light“ so ungeheuer wichtig, denn er lässt all das noch einmal an der Gitarre aufleuchten, was diesen Ausnahmegitarristen seit mehr als einem halben Jahrhundert als Gitarren-Virtuosen ausmacht(e).


Von Rock über Folk bis hin zu Blues und typischer Singer/Songwriter-Klasse plus Seventies-Retro-Feeling sowie zwei unfassbar starke, von BILL EVANS dominierte, Saxophon-Stücke mit progressiven Anleihen („Can You Take Me There“ trägt gar ein paar floydianische Züge) fällt man verwundert von einer begeisterten Stimmung in die nächste.
Oder die kurzen Bar-Jazz-Ausflüge in „Tinderbox“, die sich zudem durch bestechende Harmonien und stilistische Wechsel sowie das erneute Saxophonspiel von Mr. Evans auszeichnen. Nicht umsonst wird so „Tinderbox“ zum längsten Stück der Platte – man kann aber nicht vom besten sprechen. Denn jedes einzelne Stück zeichnet sich als großartig und spannend aus. Wer so ein Spätwerk hinbekommt, dem kann man als Kritiker nur höchste Anerkennung zollen. Denn dieses Album hört man nicht nur mal so auf die Schnelle durch – sondern wieder und wieder und wieder...


Das Album ist unberechenbar. Unberechenbar faszinierend!
Ein Album, das ewig leuchten wird! Komme da, was wolle!

FAZIT: Wenn der Vater mit dem Sohne... Ja, wenn's die Frampton-Familie betrifft, dann kommt dabei etwas ganz Großartiges und ganz bestimmt Bleibendes heraus: „Carry The Light“ von PETER FRAMPTON ist ein Album geworden, das in Zusammenarbeit mit seinem Sohn Julian Frampton und einer Vielzahl namhafter Gäste entstand und wie eine finale Meisterleistung der gut 55 Jahre seiner Musikerlaufbahn klingt. So als wolle der singende Ausnahmegitarrist – vielleicht angestachelt durch seinen Sohn und seine leider unberechenbare Muskelkrankheit – der Welt sein ganzes Können noch einmal beweisen. Beweis erbracht! „Carry The Light“ (be)leuchtet (besonders auf dem farbig-transparenten Vinyl, das ähnlich wie die Glühbirne auf dem LP-Cover strahlt) die Vergangenheit und Gegenwart – und wird bei dieser faszinierenden Qualität auch neben „Frampton Comes Alive!“ weit in die Zukunft hinein leuchten!

Thoralf Koß - Chefredakteur (Info) (Review 160x gelesen, veröffentlicht am )

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Wertung: 14 von 15 Punkten [?]
14 Punkte
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Tracklist:
  • Seite A (21:06):
  • Carry The Light (4:24)
  • Buried Treasure (feat. Benmont Tench) (4:45)
  • I'm Sorry Elle (feat. Graham Nash) (4:09)
  • Breaking The Mold (feat. Sheryl Crow) (4:16)
  • I Can't Let It Be (3:32)
  • Seite B (20:51):
  • Lions At The Gate (feat. Tom Morello) (4:10)
  • Islamorada (feat. H.E.R.) (3:18)
  • Can You Take Me There (feat. Bill Evans) (4:49)
  • Tinderbox (feat. Bill Evans) (5:01)
  • At The End Of The Day (3:33)

Besetzung:

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